Ich möchte dir heute eine Geschichte erzählen – meine Geschichte. Sie ist nicht einfach, aber sie ist wichtig. Wichtig, weil sie zeigt, dass es immer einen Weg gibt, auch wenn man ihn nicht immer sofort erkennt.
Der Weg in den Abgrund
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da dachte ich, Alkohol sei die Lösung für alles. Ein Mittel, um den Stress des Alltags zu bewältigen, um mich besser zu fühlen, um dazu zu gehören. Doch heute weiß ich, dass das ein großer Irrtum war. Der Alkohol hat nicht nur meine Probleme nicht gelöst – er hat sie verschlimmert.
Ich war berufstätig, aber ich war erpressbar. Der Alkohol hatte mich im Griff, und andere Menschen haben das ausgenutzt. Meine Tochter hat den Kontakt zu mir abgebrochen, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, mich so zu sehen. Doch ich habe das nicht realisiert. Ich habe mir nicht eingestanden, dass ich ein Alkoholiker war.
Erst als ich den Kontakt zu einem Therapeuten suchte, wurde mir klar, wie tief ich gesunken war. Er hat mir ins Gesicht gesagt, dass ich ein Alkoholiker bin. Ich wollte es nicht glauben, ich wollte es nicht wahrhaben. Zwei oder drei Mal habe ich versucht, meinen Alkoholkonsum eigenständig zu kontrollieren – und jedes Mal bin ich gescheitert. Ich habe jede Gelegenheit genutzt, um „einen zu trinken“. Ich war stolz darauf, wie viel ich trinken konnte, und in meinem Umfeld war es normal, Alkohol zu konsumieren.
Doch dann kam der Tag, an dem mir klar wurde, dass ich so nicht weitermachen konnte. Ein naher Verwandter ist am „Suff“ gestorben, und ich habe gesehen, wohin dieser Weg führt. Andere hatten immer Ausreden, warum sie trinken mussten – aber ich hatte keine mehr.
#### Meine Wünsche und Träume
Ich wollte den Kontakt zu meiner Tochter wiederherstellen. Ich wollte ein geordnetes Leben führen, in dem Gesundheit nicht nur ein leeres Wort ist. Ich wollte wieder eine echte Partnerschaft führen, einen Job, der mich erfüllt, und das alles ohne den Alkohol, der mein Leben zerstört hatte.
Aber es war schwer. Mein Umfeld bestand aus Menschen, die Alkohol als Lösung für jedes Problem ansahen. Ich war der Einzige, der diese Ausreden nicht mehr akzeptieren konnte. Ich hatte meinen Führerschein verloren, und innerlich gab ich mir die Schuld für alles, was schiefgelaufen war. Der Alkohol war meine einzige Lösung – bis ich erkannte, dass er mein größtes Problem war.
#### Der Wendepunkt
Der Wendepunkt kam, als meine Beziehung in die Brüche ging und meine Tochter den Kontakt zu mir abbrach. Ich war plötzlich allein, abgeschnitten von meinem gewohnten Umfeld. Das war der Moment, in dem ich realisierte, dass ich etwas ändern musste.
Ich machte den ersten Schritt und ging in eine Selbsthilfegruppe. Danach folgte eine Klinik, in der ich lernte, meinen Tag ohne Alkohol zu strukturieren. Es war der Beginn eines neuen Lebens. Ich begann, an mir selbst zu arbeiten, meine Fehler zu erkennen und neue Wege zu gehen.
#### Der Plan
Mein Plan war klar: Ich wollte den Kontakt zu meiner Tochter wiederherstellen, und das habe ich aktiv in Angriff genommen. Ich habe ihr Briefe geschrieben, ihr gezeigt, dass ich mich verändert habe. Ich wollte eine Frau kennenlernen, eine Beziehung führen und ein Leben mit Struktur aufbauen – frei von Alkohol.
Doch es gab immer wieder Konflikte. Ausreden wie „Morgen höre ich auf“ oder „Jetzt hast du schon einen getrunken, dann kannst du auch weitermachen“ waren meine ständigen Begleiter. Es war und ist immer noch zu einfach, an Alkohol zu gelangen. Aber ich habe gelernt, diesen Verlockungen zu widerstehen.
#### Meine Transformation
Heute kann ich sagen: Ich bin frei. Ich kann mich in der Gesellschaft bewegen, ohne mich vom Alkohol oder den Erwartungen anderer abhängig zu machen. Ich verfalle nicht mehr in den Zwang, trinken zu müssen, um dazu zu gehören. Stattdessen genieße ich das Leben in vollen Zügen. Ich freue mich darauf, auf Augenhöhe mit anderen Menschen zu sprechen und spiele gerne mit meinen Enkelkindern.
Ich bin durch meine Transformation gegangen, und heute bin ich bereit, anderen zu helfen. Wenn du dich in meiner Geschichte wiedererkennst, dann lass mich dir zeigen, dass es auch für dich einen Weg gibt – einen Weg in die Freiheit.
Du musst ihn nicht allein gehen. Ich bin hier, um dich zu begleiten. Zusammen können wir es schaffen.
